nochnichtmehrdazwischen geht in die nächste Runde

© Annick Stoldt

Wir sind noch nicht verschwunden. Das Verschwinden wird aber eine Rolle spielen. Es wird unser diesjähriges Thema sein. In unseren Veranstaltungen werden wir uns ganz unterschiedlichen Aspekten des (literarischen) Verschwindens widmen.
Den Auftakt wollten wir gemeinsam mit Tijan Sila und Isabel Fargo Cole am 1. April machen. Das geht nun aufgrund der Corona-Epidemie nicht. Aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir verschieben die Lesung mit Isabel Fargo Cole und Tijan Sila in den September.
Was passiert, wenn ein Staat verschwindet? Wann bleibt keine andere Möglichkeit mehr, als selbst aus einem Land zu verschwinden? Und wie kann man es vielleicht verhindern, dabei verloren zu gehen?
Diese und andere Fragen wollen wir am 23. September mit Tijan Sila und Isabel Fargo Cole ergründen.

Kommt gesund und sicher durch die nächste Zeit! Bis bald!

Kleinen und großen Verwüstungen…

widmen wir uns am 4. Dezember zusammen mit Svenja Leiber und Sebastian Guhr.

© Annick Stoldt

Die Wüste ist ein Ort der völligen Einsamkeit, der Aufhebung sozialer Ordnungen und Konventionen, das Gegenteil von Zivilisation.
In Sebastian Guhrs Sci-Fi-Roman „Die Verbesserung unserer Träume“ besiedeln Menschen einen von Wüste und Hitze geprägten Planeten, der als Symbol für eine bessere Gesellschaft steht. Svenja Leibers „Staub“ erzählt von einem Kind, das in der Wüste Saudi-Arabiens verschwindet. Mit beiden wollen wir über Verwüstungen sprechen. Im Kleinen und im Großen.
Eintritt wie immer frei!
Die Veranstaltung wird gefördert durch den Bezirkskulturfonds Mitte des Bezirksamtes Mitte von Berlin.



Reif für die Insel…

Am 23. Oktober werden wir gemeinsam mit unseren Gästen Lennardt Loß und Inga Meincke einen Blick auf die Insel und deren literarische Verarbeitungen werfen.

© nochnichtmehrdazwischen

Inseln sind Sehnsuchtsorte, sie können Schutz bieten und beheimaten zugleich die Sonderlinge und Ausgestoßenen, Exilant*innen und Schiffbrüchige. Sie gelten als Orte der Einsamkeit, der Abgeschiedenheit, auf die Wünsche und Ängste projiziert werden – Paradies oder Verdammnis?
Inga Meincke ist Übersetzerin aus dem Dänischen und dem Faröischen. Sie hat unter anderem den Roman „Tanz auf den Klippen“ von Sólrún Michelsen aus dem Faröischen ins Deutsche übersetzt. Dieser erzählt von zwei Mädchen, die sich auf einer abgelegenen Insel in einer archaisch anmutenden Gesellschaft sehr unterschiedlich entwickeln. Was für eine Rolle spielt der Ort der Insel dabei? Und fühlt man sich als Übersetzerin aus einer vergleichsweise „kleinen“ Sprache eigentlich auch manchmal wie auf seiner eigenen, einsamen Insel? Auch Lennardt Loß‘ Debütroman „Und andere Formen menschlichen Versagens“ spielt auf einer einsamen Insel. Nach einem Flugzeugabsturz rettet sich die Protagonistin Marina Palm auf ein verlassenes Eiland Allerhand skurrile Gestalten, vom ehemaligen RAF-Terroristen bis zum Nachwuchsboxer, kreuzen ihren Weg.

Kommt auf unsere Insel im stürmischen Wedding, kommt ins Mastul und hört Abenteuergeschichten, gegen die Robinson Crusoe einpacken kann. Danach, wie gehabt, Kaltgetränke und Tresengespräche. Eintritt wie immer frei!
Die Veranstaltung wird gefördert durch den Bezirkskulturfonds Mitte des Bezirksamtes Mitte von Berlin.

ULF is coming!

Nach Stadt, Berg und dem Berliner Stadtteil „Wedding“ schauen wir uns im September einen ganz anderen Ort genauer an: Nürnberg.
Denn: Dort findet vom 12. – 15. September im Z-Bau ULF, das Unabhängige Lesereihen Festival, statt!

© Susanne Wohlfahrt

Über 25 Unabhängige Lesereihen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen erstmals zusammen und zeigen an vier Tagen die Vielfalt der zeitgenössischen Literatur. Sie präsentieren neue Formate und Stimmen – tanzbar, streitbar, sexy. Mehr als 100 Autor*innen treten auf, von lokalen Schriftsteller*innen bis hin zu internationalen Gästen.
Wir werden auch mit von der Partie sein, zusammen mit unseren Gästen Angela Lehner und Isabelle Lehn. Beide lassen in ihren Romanen schwer fassbare und verdammt unzuverlässige Erzählerinnen sprechen. Von Geisteskrankheiten, Familienzugehörigkeit, Zukunftsplänen und Freiheit. Von Lamas und Mofas und davon, dass es meistens eher nicht so läuft, wie geplant. Darüber und über vieles mehr werden wir wiederum mit den beiden Autorinnen sprechen:
Am Samstag, den 14. September, um 18 Uhr in der Galerie des Z-Baus.
Mehr Infos zu ULF sowie das komplette Programm findet ihr hier.
Also auf nach Nürnberg, wir freuen uns auf euch!

Coming next: Wedding Spezial!

Am 12. Juli werden wir uns den Entstehungs- und Veranstaltungsort von nochnichtmehrdazwischen mit Anneke Lubkowitz und Nadire Y. Biskin genauer anschauen.

© nochnichtmehrdazwischen

Seit der Gründung 2017 ist die Lesereihe Nochnichtmehrdazwischen im Berliner Wedding beheimatet. Es ist an der Zeit, sich diesen Ort und seine Literat*innen einmal genauer anzuschauen. Wir sprechen mit zwei Literatinnen, die diesen Stadtteil kennen.
Nadire Y. Biskin, auch bekannt als „die Hannah Arendt des Weddings“, lebt und arbeitet hier. Zuletzt wanderte sie durch die Straßen und beschrieb in dem Text „Borderline“, was sie sah.
Anneke Lubkowitz spaziert ebenfalls gerne und schreibt darüber. Ihr Essay „Falling through the map“ erschien bei SuKulTur und beschreibt eine Tour durch Gesundbrunnen und Wedding, für den Sammelband „Flexen. Flâneusen* schreiben Städte“, in dem auch Nadires Text „Borderline“ erschien, begab sie sich wieder auf die Reise durch den Stadtteil und auf verzweifelte Suche nach Frauennamen auf Straßenschildern. Wir wollen mit den beiden Autorinnen darüber sprechen, wie es sich in, über und mit dem Wedding lebt und schreibt. Außerdem reden wir über das Laufen, Spazieren und Flanieren, das „Flexen“, in der Stadt.

Passend hierzu gehen auch wir diesmal auf die Straße (also fast, immerhin nach draußen, aber eher so Hinterhof). Gelesen und diskutiert wird diesmal in der Panke culture.
Im Anschluss gibt’s Musik und Getränke und große Sommersause! Und Semesterferien sind auch!
Die Veranstaltung wird gefördert durch den Aktionsfonds des Quartiersmanagement Pankstraße. Eintritt frei!

Der Berg ruft – im Wedding!

Am 22. Mai um 20 Uhr werden wir uns bei nochnichtmehrdazwischen dem Berg und dessen literarischen Verarbeitungen widmen.
Zu Gast werden Marie Gamillscheg und Ralph Tharayil sein.

© nochnichtmehrdazwischen

Allmachtsphantasie und Extremtourismus, Isolation und Idylle – am Berg findet alles statt, große Gedanken, kleine Schicksale. Marie Gamillscheg erzählt in ihrem Debütroman „Alles was glänzt“ von einem eigentümlichen Dorf, in dem der Berg zur immer größeren Bedrohung wird. Ralph Tharayils Debüt „Heimlich“ ist noch nicht erschienen, er wird aber exklusiv erste Auszüge daraus lesen. Safran auf der Alm – Wie passt das zusammen?

Die Veranstaltung wird gefördert vom Bezirkskulturfonds Mitte. Eintritt frei!
Wir freuen uns auf euch!

Here we go again: nochnichtmehrdazwischen geht in die nächste Runde!

Schon am 6. März um 20 Uhr ist es soweit. Unter unserem diesjährigen Titel „Literarische Verortungen“ werden wir mit Clemens Meyer und Houssam Hamade über Stadt
und Gewalt sprechen.

© nochnichtmehrdazwischen

Zwei Frauen schließen vorsichtig Freundschaft im Friseursalon des Hauptbahnhofs. Beim nächtlichen Kotrollgang durch ein verlassenes Ausländerwohnheim erinnert sich ein Sicherheitsmann an eine flüchtige Liebe. Zwei Fremde sprechen in der Flughafenbar über Vergangenheit und Pferderennen. Clemens Meyers Protagonistinnen begegnen sich an der Peripherie, am Rand der Stadt. Sie kommen von überall her und suchen die urbanen Räume, um sich zu begegnen und wieder zu verlieren. Die Stadt und ihre Grenzen, ihre Ausläufer und Zwischenzonen sind Handlungsort und Metapher für das Innenleben seiner Protagonistinnen zugleich. Zwischen Einsamkeit und bedrückender Nähe, zwischen Ruhe und Chaos, zwischen Glanz und Elend. Immer dazwischen. Auch Houssam Hamades Erzähler*innen sind Stadtmenschen. 18 Stimmen sprechen über Momente, in denen sie Gewalt angewendet haben und über die Grenzerfahrung, zuzuschlagen.In fesselnden Monologen berichten sie von Übergriffen an U-Bahnhöfen, Mobattacken am Kottbusser Tor, Prügeleien in Parks und Notwehr bei WG-Parties. Die sehr unterschiedlichen Geschichten beleuchten sowohl die Faszination, die Macht und Gewalt ausüben, als auch die Angst und Ohn-

macht, die auf Opfer und Täterseite entstehen. Wie lässt sich über Gewalt sprechen und schreiben, ohne diese zu verherrlichen oder zu tabuisieren? Houssam Hamade liest aus „Sich Prügeln.
18 Geschichten aus dem Leben“ und Clemens Meyer aus „Die stillen Trabanten“. Wir sprechen über Stadt und Gewalt und darüber, ob und wie diese Dinge zusammenhängen.

nochnichtmehrdazwischen #4

Am 5. Dezember um 20 Uhr gibt´s im Mastul die vierte Lesung von nochnichtmehrdazwischen: Neben_an. Mit Helene Hegemann und Anke Stelling

© nochnichtmehrdazwischen

Mietwohnung oder integratives Hausprojekt, Hochhaus oder Bungalow. Anke Stelling und Helene Hegemann schreiben über Mädchen und Frauen, die auf PVC und fleckigen Teppichböden statt auf abgeschliffenen Holzdielen groß werden. Helene Hegemanns Charlie wohnt mit ihrer alkoholkranken Mutter im Plattenbau. Die Welt um sie herum zerfällt. Alles stirbt. Vom Balkon blickt sie auf den Bungalow eines exaltierten Künstlerpaares und verliebt sich. In die schnörkellose Schönheit der Architektur, die glitzernde Welt, in ein anderes Leben. Verzweifelt versucht sie, über Gartenmauern zu klettern und die Grenze zwischen diesen Welten zu verwischen.
Anke Stellings Resi wohnt mit ihrer Familie zur Untermiete in einer Berliner Altbauwohnung. Diese wurde frei als die vorherigen Bewohner*innen und Freunde ins Hausprojekt zogen. Sie ist Schriftstellerin und schreibt über ihr Leben, inklusive dieser Freunde. Die finden das nicht so toll: Es wird gekündigt. Erst die Freundschaft, dann die Wohnung. Und Resi fragt sich, ob sie das nicht alles hätte wissen müssen.

Wir sprechen über Lebensräume, Architektur und soziale Klassen. Kann man seine Herkunft hinter sich lassen? Was macht der Boden, auf dem man Laufen lernt, mit einem? Und wieso wird über Klassen- und finanzielle Unterschiede nicht mehr gesprochen? Und wie kann man, wie muss man darüber schreiben?
Helene Hegemann liest aus ihrem neuen Roman „Bungalow“ und Anke Stelling aus „Schäfchen im Trockenen“. Wir freuen uns!