Reif für die Insel…

Am 23. Oktober werden wir gemeinsam mit unseren Gästen Lennardt Loß und Inga Meincke einen Blick auf die Insel und deren literarische Verarbeitungen werfen.

Inseln sind Sehnsuchtsorte, sie können Schutz bieten und beheimaten zugleich die Sonderlinge und Ausgestoßenen, Exilant*innen und Schiffbrüchige. Sie gelten als Ort der Einsamkeit, der Abgeschiedenheit. Inseln sind Orte, auf die Wünsche und Ängste projiziert werden – Paradies oder Verdammnis?
Inga Meincke ist Übersetzerin aus dem Dänischen und dem Faröischen. Sie hat unter anderem den Roman „Tanz auf den Klippen“ von Sólrún Michelsen aus dem Faröischen ins Deutsche übersetzt. Der Roman erzählt von zwei Mädchen, die sich auf einer abgelegenen Insel in einer archaisch anmutenden Gesellschaft sehr unterschiedlich entwickeln. Was für eine Rolle spielt der Ort der Insel für die Entwicklung der beiden Frauen? Und fühlt man sich als Übersetzerin aus einer vergleichsweise „kleinen“ Sprache eigentlich auch manchmal wie auf seiner eigenen, einsamen Insel?
Auch Lennardt Loß‘ Debütroman „Und andere Formen menschlichen Versagens“ spielt auf einer einsamen Insel. Nach einem Flugzeugabsturz rettet sich die Protagonistin Marina Palm auf ein verlassenes Eiland. Allerhand skurile Gestalten, vom ehemaligen RAF-Terroristen bis zum Nachwuchsboxer, kreuzen ihren Weg. Klingt erst mal nicht so lustig, ist es aber!

Kommt auf unsere Insel im stürmischen Wedding, kommt ins Mastul und hört Abenteuergeschichten, gegen die Robinson Crusoe einpacken kann. Danach, wie gehabt, Kaltgetränke und Tresengespräche.

Eintritt wie immer frei!

Die Veranstaltung wird gefördert durch den Bezirkskulturfonds Mitte des Bezirksamtes Mitte von Berlin, Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte.

ULF is coming!

Nach Stadt, Berg und dem Berliner Stadtteil „Wedding“ schauen wir uns im September einen ganz anderen Ort genauer an: Nürnberg.
Denn: Dort findet vom 12. – 15. September im Z-Bau ULF, das Unabhängige Lesereihen Festival, statt!

Gestaltung: Susanne Wohlfahrt

Über 25 Unabhängige Lesereihen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen erstmals zusammen und zeigen an vier Tagen die Vielfalt der zeitgenössischen Literatur. Sie präsentieren neue Formate und neue Stimmen – tanzbar, streitbar, sexy. Mehr als 100 Autor*innen treten auf, von lokalen Schriftsteller*innen bis hin zu internationalen Gästen.

Wir werden auch mit von der Partie sein, zusammen mit unseren Gästen Angela Lehner und Isabelle Lehn. Beide lassen in ihren Romanen schwer fassbare und verdammt unzuverlässige Erzählerinnen sprechen. Von Geisteskrankheiten, Familienzugehörigkeit, Zukunftsplänen und Freiheit. Von Lamas und Mofas und davon, dass es meistens eher nicht so läuft, wie geplant.
Darüber und über vieles Weitere werden wir wiederum mit den beiden Autorinnen sprechen.
Am Samstag, den 14. September, um 18 Uhr in der Galerie des Z-Baus.

Mehr Infos zu ULF sowie das komplette Programm findet ihr hier: https://www.ulf-festival.de/

Also auf nach Nürnberg, wir freuen uns auf euch!

Coming next: Wedding Spezial!

Am 12.Juli werden wir uns den Entstehungs- und Veranstaltungsort von nochnichtmehrdazwischen genauer anschauen und mit zwei Literatinnen sprechen, die diesen Stadtteil kennen und dort ganz gerne auch mal spazieren gehen: Nadire Y. Biskin und Anneke Lubkowitz!

Seit der Gründung 2017 ist die Lesereihe Nochnichtmehrdazwischen im Berliner Wedding beheimatet. Es ist an der Zeit, sich diesen Ort und seine Literat*innen einmal genauer anzuschauen.
Wer hier aus der U-Bahn steigt, Seestraße, Wedding oder Leopoldplatz, merkt schnell, das Leben spielt sich auf der Straße ab. In kaum einem anderen Stadtteil sind die Veränderungen, die Berlin momentan erfassen, so spürbar wie im Wedding. Es begegnen sich die unterschiedlichsten Menschen, Einwander*innenkinder in dritter Generation, Arbeiter*innenkinder in dritter Generation und Student*innenkinder in, nun ja, erster Generation. Sie trinken Tee für 1€ oder Flat White für 4,50€. Und für wieder andere scheint kein Platz mehr zu sein, diese trinken Bier für 45 Cent und hausen im Schlafsack auf dem Leo.
Wir sprechen mit zwei Literatinnen, die diesen Stadtteil kennen. Nadire Y. Biskin, auch bekannt als „die Hannah Arendt des Weddings“, lebt und arbeitet hier. Zuletzt wanderte sie durch die Straßen und beschrieb in dem Text „Borderline“, was sie sah.
Anneke Lubkowitz spaziert ebenfalls gerne und schreibt darüber. Ihr Essay „Falling through the map“ erschien bei SuKulTur und beschreibt eine Tour durch Gesundbrunnen und Wedding, für den Sammelband „Flexen. Flâneusen* schreiben Städte“, in dem auch Nadires Text „Borderline“ erschien, begab sie sich wieder auf die Reise durch den Stadtteil und auf verzweifelte Suche nach Frauennamen auf Straßenschildern. Wir wollen mit den beiden Autorinnen darüber sprechen, wie es sich in, über und mit dem Wedding lebt und schreibt. Außerdem reden wir über über das Laufen, Spazieren und Flanieren, das „Flexen“ in der Stadt.
Passend hierzu gehen auch wir diesmal auf die Straße (also fast, immerhin nach draußen, aber eher so Hinterhof). Gelesen und diskutiert wird diesmal in der Panke culture. Im Anschluss gibt’s Musik und Getränke und große Sommersause! Und Semesterferien sind auch!

Die Veranstaltung wird gefördert durch den Aktionsfonds des Quartiersmanagement Pankstraße. Eintritt frei!

Wir freuen uns auf euch!

Der Berg ruft – im Wedding!

Am 22. Mai um 20 Uhr werden wir uns bei nochnichtmehrdazwischen dem Berg und dessen literarischen Verarbeitungen widmen.
Zu Gast werden Marie Gamillscheg und Ralph Tharayil sein.

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Allmachtsphantasie und Extremtourismus, Isolation und Idylle – am Berg findet alles statt, große Gedanken, kleine Schicksale.

Marie Gamillscheg erzählt in ihrem Debütroman „Alles was glänzt“ von einem eigentümlichen Dorf, in dem der Berg zur immer größeren Bedrohung wird.
Ralph Tharayils Debüt „Heimlich“ ist noch nicht erschienen, er wird aber exklusiv erste Auszüge daraus lesen.
Safran auf der Alm – Wie passt das zusammen?

Die Veranstaltung wird gefördert vom Bezirkskulturfonds Mitte.
Eintritt frei!

Wir freuen uns auf euch!

Here we go again: nochnichtmehrdazwischen geht in die nächste Runde!

Schon am 6.März um 20 Uhr ist es soweit. Unter unserem diesjährigen Titel „Literarische Verortungen“ werden wir mit Clemens Meyer und Houssam Hamade über Stadt und Gewalt sprechen.

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Zwei Frauen schließen vorsichtig Freundschaft im Friseursalon des Hauptbahnhofs.
Beim nächtlichen Kotrollgang durch ein verlassenes Ausländerwohnheim erinnert sich ein Sicherheitsmann an eine flüchtige Liebe.
Zwei Fremde sprechen in der Flughafenbar über Vergangenheit und Pferderennen.
Clemens Meyers Protagonistinnen begegnen sich an der Peripherie, am Rand der Stadt. Sie kommen von überall her und suchen die urbanen Räume, um sich zu begegnen und wieder zu verlieren.
Die Stadt und ihre Grenzen, ihre Ausläufer und Zwischenzonen sind Handlungsort und Metapher für das Innenleben seiner Protagonistinnen zugleich.
Zwischen Einsamkeit und bedrückender Nähe, zwischen Ruhe und Chaos, zwischen Glanz und Elend. Immer dazwischen.

Auch Houssam Hamades Erzähler*innen sind Stadtmenschen. 18 Stimmen sprechen über Momente, in denen sie Gewalt angewendet haben und über die Grenzerfahrung, zuzuschlagen. In fesselnden Monologen berichten sie von Übergriffen an U-Bahnhöfen, Mobattacken am Kottbusser Tor, Prügeleien in Parks und Notwehr bei WG-Parties. Die sehr unterschiedlichen Geschichten beleuchten sowohl die Faszination, die Macht und Gewalt ausüben, als auch die Angst und Ohnmacht, die auf Opfer und Täterseite entstehen. Wie lässt sich über Gewalt sprechen und schreiben, ohne diese zu verherrlichen oder zu tabuisieren?

Houssam Hamade liest aus „Sich Prügeln. 18 Geschichten aus dem Leben“ und Clemens Meyer aus „Die stillen Trabanten“. Wir sprechen über Stadt und Gewalt und darüber, ob und wie diese Dinge zusammenhängen.

Wir freuen uns auf euch!

BALD BALD BALD: nochnichtmehrdazwischen #5

Am 6. März um 20 Uhr geht´s weiter mit nochnichtmehrdazwischen. Wie immer im Mastul. Diesmal sprechen wir über: Stadt und Gewalt!

nochnichtmehrdazwischen #4

Am 5. Dezember um 20 Uhr gibt´s im Mastul die vierte Lesung von nochnichtmehrdazwischen:

Neben_an. Mit Helene Hegemann und Anke Stelling

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Mietwohnung oder integratives Hausprojekt, Hochhaus oder Bungalow. Anke Stelling und Helene Hegemann schreiben über Mädchen und Frauen, die auf PVC und fleckigen Teppichböden statt auf abgeschliffenen Holzdielen groß werden.

Helene Hegemanns Charlie wohnt mit ihrer alkoholkranken Mutter im Plattenbau. Die Welt um sie herum zerfällt. Alles stirbt. Vom Balkon blickt sie auf den Bungalow eines exaltierten Künstlerpaares und verliebt sich.
In die schnörkellose Schönheit der Architektur, die glitzernde Welt, in ein anderes Leben.
Verzweifelt versucht sie, über Gartenmauern zu klettern und die Grenze zwischen diesen Welten zu verwischen.

Anke Stellings Resi wohnt mit ihrer Familie zur Untermiete in einer Berliner Altbauwohnung. Diese wurde frei als die vorherigen Bewohner*innen und Freunde ins Hausprojekt zogen. Sie ist Schriftstellerin und schreibt über ihr Leben, inklusive dieser Freunde. Die finden das nicht so toll: Es wird gekündigt. Erst die Freundschaft, dann die Wohnung.
Und Resi fragt sich, ob sie das nicht alles hätte wissen müssen.

Wir sprechen über Lebensräume, Architektur und soziale Klassen. Kann man seine Herkunft hinter sich lassen? Was macht der Boden, auf dem man Laufen lernt, mit einem? Und wieso wird über Klassen- und finanzielle Unterschiede nicht mehr gesprochen? Und wie kann man, wie muss man darüber schreiben?

Helene Hegemann liest aus ihrem neuen Roman „Bungalow“ und Anke Stelling aus „Schäfchen im Trockenen“.

Wir freuen uns!